Sie sind hier: Startseite » Heeslingen » SPD Heeslingen

SPD Heeslingen

Rede von Henning Fricke im Kreistag | Ende MLK

Mit dem heutigen Datum endet eine Ära in der Region Zeven. Ich werde Sie nicht in Ihrer Entscheidungsfindung umstimmen können. Trotzdem möchte ich gerne noch ein paar Worte an Sie richten: Als das Martin Luther Krankenhaus gegründet wurde, hatte niemand Geld. Weder die Stadt Zeven, noch der Landkreis. Trotzdem wurde ein Krankenhaus gebaut und unterhalten.

Und jetzt? Die Steuereinnahmen sprudeln, die Schulden des Landkreises sinken, die Kreisumlage wird nach unten angepasst, sogar die Samtgemeinde Zeven bietet eine Beteiligung von 500.000 € als Betrag für das Krankenhaus an!
Ich habe gehört, dass der Landrat der Samtgemeinde Zeven dazu gesagt hat, die Beteiligung der Samtgemeinde Zeven sei nicht notwendig, es würde nicht am Geld liegen.
Ja woran liegt es denn dann?

Der Betrieb des Zevener Martin Luther Krankenhaus sei nicht wirtschaftlich.

Muss ein Krankenhaus denn wirtschaftlich betrieben werden? Wer würde die Wirtschaftlichkeit einer Schule untersuchen wollen? Sind unsere Kreiseigenen Schulen wirtschaftlich? Wie möchte man das denn bewerten? Niemand würde untersuchen wollen, ob eine Kreisstraße wirtschaftlich ist.
Niemand untersucht die Wirtschaftlichkeit von zwei Kreishäusern in diesem Landkreis. Auch würde wohl niemand untersuchen wollen, ob Wanderwege „wirtschaftlich“ sind…. Obwohl da hatten wir doch auch was im Kreis…...

Was mich an der ganzen Diskussion stört, ist dass wir das wichtigste aus den Augen verlieren.
Alles soll sich einer Wirtschaftlichkeit unterziehen, der Mensch bleibt jedoch auf der Strecke. Es kann uns doch nicht egal sein, wann jemand wo behandelt werden soll. Wir hören hier, das ist ja alles kein Problem, der Rettungsdienst kommt zum Patienten, bringt den Notarzt mit…. Und dann?

Wo wird der Patient dann anschließend behandelt? In welcher Zeit erfolgt dann die Weiterbehandlung im Krankenhaus? Wollen wir dann zukünftig alle Notfallpatienten im Agaplesion Diakonieklinikum in Rotenburg behandeln? Wann waren Sie denn zuletzt in der Notaufnahme? Ist eine Wartezeit von 3-4 Stunden noch vertretbar? Am Wochenende auch gerne länger?
Apropos Rettungsdienst, dass wir den jetzigen Rettungsdienst in seiner Form haben, ist kein Zufall oder glückliche Fügung. Das war nicht die Idee des Landkreises und des Landrates…. Und schon gar nicht die Idee der Krankenkassen. Erst durch einen Bürgerentscheid konnte hier eine Verbesserung erreicht werden.

Ein Wort zu den Krankenkassen. Ich bin freiwillig gesetzlich krankenversichert.

Liebe AOK und andere, wenn ihr euch schon als Gesundheitskasse und in bunten Bildern die heile Welt der Gesundheitsfürsorge heraufbeschwört, dann kümmert euch auch um die gesundheitlichen Belange der Menschen hier vor Ort und macht keine Werbung mit irgendwelchem Mist, wie Kochkurse und so weiter…. Investiert das Geld eurer Mitglieder in Krankenhäuser vor Ort.
Und liebe AOK, wenn ihr schon Stolz schreibt, dass 2016 ein Überschuss von 34 Mio. € erwirtschaftet wurde…..kann davon nicht ein kleines Stück Martin Luther Krankenhaus finanziert werden?

Mit der Kassenärztlichen Vereinigung sitzt noch jemand im Boot.

Über die Kassenärztliche Vereinigung möchte ich hier nicht viel sagen. Wer sich jedoch das System anschaut, kann nur mit dem Kopf schütteln.
Fehler kann man nur nach einer zeitlichen Dauer erkennen.

War es ein Fehler die Küche und die Wäscherei im Martin Luther Krankenhaus zu schließen? War es ein Fehler die Geburtshilfe nach Bremervörde zu verlegen? War es auch ein Fehler sich mit der SANA zusammenzutun? War es jetzt auch ein Fehler sich mit den Elbe Kliniken zusammenzutun?

Wie wird es weitergehen?
Was mir in dem ganzen System fehlt, ist der Mensch.
Alles soll sich wirtschaftlichen Interessen unterordnen, soll in Systemen arbeiten,
wo bleiben die Interessen der Menschen? Wer profitiert von diesen Entwicklungen?
Müssen wir nicht viel mehr die Interessen der Menschen in den Vordergrund stellen?
Der Wert einer Gesellschaft bemisst sich auch daran, wie wir mit Alten und Kranken umgehen. Wir müssen unsere politischen Überlegungen doch endlich wieder an die Bedürfnisse der Menschen hier vor Ort ausrichten!

Der heutige Tag ist kein guter Tag für die Region Zeven.
Was bleibt, ist Leere, Trauer und Ohnmacht.

Was jedoch auch bleibt:
Danke an jede einzelne Mitarbeiterin, jeden Mitarbeiter des Martin Luther Krankenhauses, für den persönlichen Einsatz für die Patienten. Danke für jedes tröstende Wort, danke für jede einfache Geste und danke für den Beistand in schweren Zeiten. Die Patienten werden Sie nicht vergessen.

Den Entscheidungsträgern möchte ich auch danken, Danke für Nichts? Nein, auch bei den Entscheidungsträgern verbleibt ein Dank für den Einsatz für das Martin Luther Krankenhaus. Jeder von Ihnen muss aber vor seinem eigenen Gewissen diese Entwicklung vertreten können und sich fragen müssen, habe ich alles für den Erhalt getan? Oder war mir das eigentlich egal.

Eins kann ich jedoch jedem Versprechen, auch wenn ich diese Entscheidung nicht mittragen kann, auch nicht mittragen möchte und auch nicht mittragen werde, egal was nach dem Martin Luther Krankenhaus kommt, ich werde das kritisch begleiten und mit aller Kraft unterstützen.

Den Bremervördern wünsche ich viel Erfolg mit dem neuen Krankenhaus,
halten Sie länger als 5 Jahre durch.

Vielen Dank.
Ihr Henning Fricke

Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe unverzichtbar

Gemeinderat in Heeslingen soll hinter Flüchtlingshilfe stehen!
„Die vom Bürgermeister Holsten geäußerten schlimmen Aussagen treffen nicht auf den gesamten Gemeinderat zu “, so der SPD-Ratsherrr Henning Fricke aus Heeslingen in seiner Reaktion auf die Einwohnerfragestunde im Gemeinderat.
Anlass für die Fragen der freiwilligen Helfer in der Flüchtlingshilfe waren verschiedene Anschläge auf Flüchtlingswohnungen in Heeslingen, sowie eine Zeitungsanzeige in der den Flüchtlingen Energieverschwendung vorgeworfen wurde.
„ Gewalt gegen Flüchtlinge ist nicht tolerierbar“, machte der Fraktionsvorsitzende der Samtgemeinde SPD deutlich. „Nur ein offener Dialog und konstruktive Kritik bringen uns in den Fragen der Unterbringung und Betreuung weiter“. Es muss klar sein, dass die politische Gemeinde uneingeschränkt hinter dem Helferkreis steht und Gewalttaten verurteilt, so der Politiker.
„ Die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge ist eine Aufgabe die es zu lösen gelte. Dabei gebe es nichts zu beschönigen oder Ängste und Panik zu schüren “ so Fricke, der selbst auch in der freiwilligen Flüchtlingshilfe aktiv ist. Der Gemeinderat müsse hier endlich ein deutliches Signal setzen.
Die immer wieder vorgetragenen Äußerungen es seien zu viele Flüchtlinge in der Gemeinde Heeslingen untergebracht, oder den Verweis auf die Nähe des Freibades wies er zurück. Ebenso sei es noch nicht zu Problemen innerhalb der Gemeinde Heeslingen gekommen. Fricke ist davon überzeugt, dass auch auf Seiten der Mehrheitsfraktion, die Äußerungen Holstens kritisch betrachtet werden und dort auch die Flüchtlingshilfe anerkannt werde.
Ihr Henning Fricke

SPD-Treffpunkt | 27404 Zeven | Kattrepel 3 | Telefon: 04281 95 34 98 | Fax 04281 95 34 99 | Mail: info@spd-zeven.de

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren